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Elektronische Markierungen mit Kameras, die an Buckelwale in der Antarktis angebracht wurden, haben die Fressgewohnheiten der Ozeanriesen aufgedeckt. Die Kameras wurden von australischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern am Rücken von Buckelwalen in der Gerlachstraße der Antarktischen Halbinsel platziert.

Ein Buckelwal taucht in der Gerlachstraße in der Antarktis auf. Wissenschaftler studieren dort das Verhalten der Wale mit Hilfe von auf den Tieren angebrachten Kameras. Sie erhoffen sich davon, besser zu verstehen wie und wo die Wale auf Futtersuche gehen und wie der Klimawandel dies beeinflusst. (Foto: Katja Riedel)
Ein Buckelwal taucht in der Gerlachstraße in der Antarktis auf. Wissenschaftler studieren dort das Verhalten der Wale mit Hilfe von auf den Tieren angebrachten Kameras. Sie erhoffen sich davon, besser zu verstehen wie und wo die Wale auf Futtersuche gehen und wie der Klimawandel dies beeinflusst. (Foto: Katja Riedel)

Walforscher, Dr. Mike Double von der Australian Antarctic Antarktis Division, sagte, dass die Kameras zeigen, wo und wie die Meeressäuger in den Sommermonate nach Futter suchen. „Die Kameras zeigen welche Methoden die Buckelwale in diesem Bereich der Antarktis anwenden, um an Nahrung zu gelangnen. Einige Aufnahmen zeigen zum Beispiel Wale, die in dichte Krill-Schwärme mit weit offenem Maul tauchen“, sagte Dr. Double. Die Kameratags werden durch Saugnäpfe für ca. 24 Stunden am Rücken der Wale befestigt, bevor sie sich von selbst ablösen und von den Wissenschaftlern eingesammelt werden. „Es gibt eine Kamera auf der Vorderseite der Markierung und dreidimensionale Bewegungssensoren, die die Bewegung des Wals sowie die Zeit und Tiefe jedes Tauchgangs aufzeichnen“, sagte er.

Eine orangefarbene Markierung mit Kamera wurde mittels eines Saugnapfes an der Haut eines Buckelwals angebracht. Nach ungefähr 24 Stunden fällt sie ab und wird von den Wissenschaftlern eingesammelt. (Foto: Elanor Bell)
Eine orangefarbene Markierung mit Kamera wurde mittels eines Saugnapfes an der Haut eines Buckelwals angebracht. Nach ungefähr 24 Stunden fällt sie ab und wird von den Wissenschaftlern eingesammelt. (Foto: Elanor Bell)

Dr. Ari Friedlaender von Oregon State University und Hauptmitarbeiter der Studie sagte, die  gesammelten Daten ermöglichen es den Wissenschaftlern, das Fressverhalten der Wale unter Wasser im Detail zu rekonstruieren. „Diese sanften, nicht-tödlichen Forschungsmethoden erlauben es uns zu bestimmen, wie die Menge der vorhandenen Krills den Futtererfolg der Walen beeinflusst und wie eine Veränderung der Krill-Population aufgrund des Klimawandels, kommerzieller Fischerei oder Ozeanübersäuerung die Tiere in Zukunft beeinflussen wird“, so Dr. Friedlander.

Die Forscher setzten auch langlebige „LIMPET-Tags“ bei kleineren Zwergwalen ein. Walforscherin Dr. Elanor Bell, sagte, es gibt sehr wenige Informationen über das Fressverhalten von Zwergwalen. „Zwergwale sind schneller und schwerer fassbar als Buckelwale und suchen ihre Nahrung oft in Gebieten mit viel Meereis. Dies macht es schwierig, sie zu finden und die Markierungen anzubringen“, sagte Dr. Bell. „Daher war es wirklich spannend, auf dieser Reise einige LIMPET-Tags anbringen zu können, die bis zu zwei Monate lang jedes Mal Daten über die Position und Tauchtiefe des Wals an Satelliten übertragen, wenn sie an die Oberfläche kommen.“

Walforscher, Dr. Elanor Bell, bringt einen LIMPET-Tag an einem Zwergwal an. Diese Walart schwimmt schneller und ist schwerer zu finden als andere Wale, daher bleiben die Markierung für bis zu zwei Monate auf der Haut des Wals. (Foto: Dave Brosha)
Walforscher, Dr. Elanor Bell, bringt einen LIMPET-Tag an einem Zwergwal an. Diese Walart schwimmt schneller und ist schwerer zu finden als andere Wale, daher bleiben die Markierung für bis zu zwei Monate auf der Haut des Wals. (Foto: Dave Brosha)

„Diese Arbeit ist Teil eines langfristigen ökologischen Forschungsprojekts, um die unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die eisliebenden Zwergwale und die im offenen Wasser lebenden Buckelwale in diesem Teil der Antarktis besser zu verstehen“, sagte Dr. Bell. Die Forschung wird durch die Southern Ocean Research Partnership der Internationalen Walfangkommission durchgeführt, mit Unterstützung von One Ocean Expeditions und dem WWF-Australien. Sie zielt darauf ab, nicht-tödliche wissenschaftliche Methoden zu entwickeln, zu testen und umzusetzen, um die Häufigkeit und Verbreitung von Walen abzuschätzen und ihre Rolle im antarktischen Ökosystem zu beschreiben.

Das Forscherteam ist mit kleinen Booten in der Gerlachstrasse unterwegs, um Tags an Wale anzubringen. (Foto: Simon Lucas)
Das Forscherteam ist mit kleinen Booten in der Gerlachstrasse unterwegs, um Tags an Wale anzubringen. (Foto: Simon Lucas)

Quelle: Australian Antarctic Division