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Der Aachener Tierpark am Mittwochmorgen: 19 Brillenpinguine watscheln durch das schneebedeckte Gehege, schauen suchend umher. Die 19 sind Überlebende einer schrecklichen Nacht. «Ein Fuchs hat die Mauer erklommen, hat dann das gespannte Nylonnetz zerbissen. Dann ging er auf die Pinguine los», erzählt Tierparkchef Wolfram Graf- Rudolf. Der Fuchs richtete ein Massaker unter den meist jungen Tieren an: Im ganzen Gelände verstreut lagen am nächsten Morgen getötete Brillenpinguine. Einem riss der Fuchs sogar den Kopf ab. «Nena» und «Adi», die der Zoochef persönlich zu Hause aufzog sind tot. Der geachtete «Kaptän Hook», ein 24 Jahre alter, einäugiger Senior im Gehege – gemeuchelt.

Tote-Pinguine

«Die überlebenden Pinguine leiden sehr. Viele haben ihre Partner verloren», so Graf- Rudolf. Mit der Fuchs-Attacke ist das Artenschutzprogramm im Pinguinpark schwer getroffen. Graf -Rudolf: «Das waren ausgesuchte, genetisch untereinander nicht verwandte Tiere von verschiedenen Zoos.» Irgendwann hätten einige Aachener Vertreter der bedrohten Tierart ausgewildert werden sollen.

Die Suche nach dem vierbeinigen Täter blieb noch ergebnislos. Die Nacht zum Donnerstag verbrachten die übrig gebliebene Pinguine im schützenden Pinguinhaus. Und: Sollte der Fuchs noch einmal wiederkommen, kriegt er einen ordentlichen Schlag. «Wir werden das Netz mit Stromdrähten absichern», sagt der Tierparkchef.
Der Wert der getöteten Brillenpinguine, auch das Wahrzeichen des Parks, lässt sich nicht ermessen. Der traurige Zoochef meint: «Es hat in jedem Fall ein riesiges Loch in unsere Herzen gerissen».

Brillenpinguine